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Weltklimakonferenz COP 30: Beléms unerfülle Utopie

Armenhaus, kultureller Hotspot und wirtschaftliches Drehkreuz – die Klimakonferenz kommt nach Amazonien

neues deutschland (print + online), 21.10.2025

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Dem COP-30-Austragungsort mangelt es nicht an symbolischer Aufladung. Einst stolzer Außenposten der Portugiesen im Kampf um die koloniale Vorherrschaft, ist Belém heute ein kultureller Hotspot mit einem einzigartigen indigenen-afrobrasilianischen Erbe. Die gut erhaltene Stadtfestung wurde 1616 errichtet, um Franzosen und Holländer abzuwehren, aber auch, um den bewaffneten Widerstand der indigenen Bewohner*innen vom Volk der Tupinambá und Pacajá zu brechen. Die barocke Altstadt kaschiert die Gräueltaten an der afroindigenen Bevölkerung. 

Umweltrechtlerin Flávia Do Amaral Vieira lädt ein zum Feierabendspaziergang. »Wir haben eine einmalige Chance, die Weltöffentlichkeit auf den Notstand in unserer Region aufmerksam zu machen«, sagt die gebürtige Belémerin. »Andererseits ist die COP eine Lobbyveranstaltung für die fossile und die Mineralindustrie.« Sie wirft Gouverneur Helder Barbalho vor, den Gipfel »für eine Turbo-Entwicklung der Region ohne Rücksicht auf die Umwelt« zu instrumentalisieren.

Keywords: Afroindigenous Resistance, Amazon, Belém, COP30, Climate Change

»Wir wollen als Think Tank von unten mitwirken«

Meeresbiologin und Ökologin Bruna Maria Martins im Interview

Jungle World (print + online) N° 45 2025

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​​"Der Amazonas ist ein Angelpunkt der Klimakrise, aber vielen NGOs im Globalen Norden ist kaum bewusst, dass die Region dicht besiedelt und bereits stark industrialisiert ist. Im brasilia­nischen Amazonas-Gebiet leben 28 Millionen Menschen. Belém liegt in einer biologisch extrem diversen Region, an der Schnittstelle zwischen dem Regenwald und einem der weltweit größten Mangrovengebiete – ohne funktionierendes Abwassersystem, Recyclinganlage oder Zugang zu sauberem Trinkwasser. Diese Missverhältnisse wollen wir in den Fokus rücken. Vieles deutet auf eine bei einer COP noch nie gesehenen Mobilisierung hin – die Leute wollen mitreden."

Keywords: Climate Change, COP30, Grassroots, Ecological Knowledge​​, Mangroves, Rain Forest

Das emanzipatorische Potential der Lust in Adornos Negativer Dialektik

The Emancipatory Potential of Pleasure in Adorno's Negative Dialectics

Trajectoires Hors Serie N°4 2020

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Adorno verweist in seinem Werk wiederholt auf die konstitutive Vermitteltheit von Lust und Denken. In epistemologischer Perspektive erscheint die Konstellation von Vernunft, Lust und Mimesis dabei als Ausweg aus der Verdinglichung und als Zugang zum Nichtidentischen. Wird der Begriff der Lust aus seiner sexuellen Engführung gelöst und als Erkenntnisweise erschlossen, die jenseits des Identitätszwangs operiert, zeigt sich Adornos Utopie der Versöhnung vielleicht in der Figur einer 'libidinösen Vernunft'...

In his work Adorno repeatedly hints at the constitutive mediation of 'lust' and 'thought'. Opposing common psychoanalytical notions, Adorno refuses the forcedly sexual connotation of lust. Instead, he approaches lust as a 'mode of knowledge' that transcends individual drive, and with it the compulsion to identity. In this epistemological perspective, the constellation of reason, mimesis and lust appears as a way out of reification and towards the possibility of the nonidentical. Could Adorno's utopia of reconciliation maybe be interpreted as 'libidinal reason'?...

Keywords: Reason, Lust, Mimesis, Non-Identity, Libidinous Materialism, Theodor W. Adorno

 

Lesart: Paul Valéry. Dieser rasende Dämon Hoffnung

Modes of Reading: Comments on a Verse by Paul Valéry

Prä/position N° 2 2019

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Es gäbe so manch eine und einen, für die das Denken gerade dort anfängt, wo es für Paul Valéry aufhört. In der Betrachtung des Unbekannten. Gerade im Bestimmten, so würden sie sagen, ist das Denken doch kein Denken mehr, sondern nur noch ein festgestellter, toter Wissensbegriff. So erstaunt also der Dichter mit seinem Plädoyer fürs Faktische...

To quite a few people the act of thinking begins precisely where it ends for Paul Valéry. In contemplating the unknown. It is with predefined and known objects, they would say, that thought is not yet thought, but just a fixed, dead item of knowledge. So the poet surprises us with his plea for the factual...

Keywords: Hope, Unnamed,Unknown, Poetry, Aphorisms, Literary Critique

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 © Schlude 2025

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